Warum die Zweite? Genau! Da war doch noch was. Die hier ständig und urplötzlich auftretenden Stromausfälle haben mich zum Beenden des vorherigen Blogs gezwungen.
Aber wie alles in Indien war es nicht schlimm, dass ich mit fast einer Stunde Verspätung auf dem Flughafen ankam. Denn getreu dem „Shanti Shanti“- Motto heben sich Verspätungen gegenseitig auf. So kam Bens Flug mit fast zwei Stunden Verspätung auf dem Indira Gandhi Flughafen an. Leider wurde dies nirgendwo angezeigt, eben typisch indisch, und ich ging davon aus, dass irgendetwas schief gegangen ist.
Nachdem er den ersten Schock überwunden hat, hieß es für Ben: „Augen auf und Ohren aufs hupen der Rikshaws sensibilisieren, Magen ans Wasser anpassen um möglichst viel von den verschiedensten kulinarischen Köstlichkeiten auszuprobieren.“ Denn schon wenige Tage später war der Expresszug nach Agra zu den wohl bekanntesten und beeindruckensten Bauwerken der Welt. Dem Taj Mahal! Die gleich in der nähe liegende Geisterstadt Fatepur Sikri wurde auch gleich noch mitgenommen, bis der Trip mich abermals nach Jaipur (ich berichtete) führte. Dort, abseits der Touristen, besuchten wir heilige Gräber und Elefantenruheplätze, gefolgt von einer Abendvorführung im bekanntesten und schönsten Filmpalast Asiens (gezeigt wurde eine indische Komödie auf Hindi- OHNE Untertitel), in dem schon jegliche Berühmtheiten eine Audienz erhielten und ein Hauch von Tausendundeiner Nacht in uns aufkam.
Nach etwas mehr als drei Stunden Tanz, Drama und nicht zu vergessen die indische Liebe (Darüber könnte man einen separaten Blogeintrag schreiben, nur so viel: indische Liebe besteht fast ausschließlich aus stundenlangem „Sich gegenseitig in die Augen schauen.“), sind wir zurück zu meiner dritten indisch familiären Gastfreundschaftserfahrung gelaufen.
Prof. Vinita Sareen, ihr Mann und ihre Tochter Smalka hatten uns beide zu sich nach Hause eingeladen und ganz unverbindlich zum bleiben aufgefordert. Da wir beide für jede Erfahrung zu haben und diese Familie von Anfang an in unser Herz geschlossen haben, fühlten wir uns heimisch und wurden mit allerlei Köstlichkeiten förmlich überschüttet. Ein wahrer Schmaus für die Augen sowie Gaumen. Ich lernte diese nette Familie durch einen Zufall kennen. Denn als mich Shipra, eine Kommilitonin aus Delhi, zu sich nach Hause einlud, fragte sie mich, ob ich nicht Lust auf einen Tee bei ihrer Tante hätte – was ich wie schon beschrieben gerne annahm.Am nächsten Tag fuhren wir (Vinita, Smalka, Ben und ich) schließlich nach Chirawa, was etwa 200 Km nördlich von Jaipur liegt, und der Heimatort von Shipra ist. bermals wurden wir wärmstens empfangen und wie schon bei den Sareens mit all möglichen Leckereien förmlich gemästet. Denn ein „Nein“ gab es nicht und wir waren förmlich erstaunt, was aus solch einer kleinen Miniaturküche alles gezaubert werden kann.
Das es nicht nur beim Essen blieb, sondern wir allerlei Tempel, Parks und sonstige Sehenswürdigkeiten zu Gesicht bekamen und wie erwartet im Schnelldurchlauf dem halben Freundeskreis von Shipras Vater vorgestellt wurden, brauche ich sicherlich nicht zu erwähnen.
Das alles ein Ende haben muss, wir von beiden Familien eigentlich nicht losgelassen wurden und nur durch das Versprechen, noch einmal wieder zu kommen, gehen durften, ist schon eine außergewöhnliche und einmalige Erfahrung.
Einmalig war auch die Erfahrung, ganz hinten im „local bus“ von Chirawa nach Bikaner zu fahren. So drehten sich die anderen Fahrgäste, ausschließlich Inder, auffallend häufig um, und musterten penibelst genau jegliche Bewegung unsererseits. Das der Bus seine besten Jahre schon längst hinter sich gehabt hat, er hinten scheinbar keine Stossdämpfer mehr hatte und das Busticket während der Busreise von 200Rs auf letztendlich 100Rs sank, sind nur kleine Episoden am Rande, die ich schmerzlich in Deutschland vermissen werde.








sehr schoen und interresant. aber smarika ist ihre name nicht smalka.mach nicht.
AntwortenLöschenich hab es wirklich sehr gut gefunden, und lade dich nochmal zu meinem Haus ein.